Paula Hofherr, 16.06.2020

Sonnwendfeuer

Feuer-Kunst mit langer Tradition
Seit dem 14. Jahrhundert werden in der Johannisnacht, die zurückgeht auf Johannes den Täufer, Feuer in den Bergen entzündet.
Dem Brauch nach tanzen Menschen in dieser Nacht um das Feuer, um sich vor bösen Geistern zu schützen und von Krankheiten und Unwetter verschont zu bleiben.
Berge in Flammen

Zur Sommersonnwende immer um den 3. Samstag im Juni, werden die Berge in der Tiroler Zugspitz Arena regelrecht in Flammen gesetzt.

Ein spektakuläres Feuermotiv nach dem anderen lässt den Talkessel Ehrwald-Lermoos-Biberwier in einem ganz besonderen Licht erstrahlen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk immer auf Tradition und Brauchtum. Die Symbole aus Mythologie und Glaube werden bereits Monate im Vorfeld entworfen und das ganz unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Zur Vorbereitung gehören aber nicht nur die geheimen Entwürfe der Feurer, auch die Vermessung und das richtige Material spielen eine wichtige Rolle bei den Bergfeuern. Pro Motiv werden bis zu 700 Säcke, gefüllt mit Sägemehl und Rapsöl, auf bis zu 2.000 Höhenmeter transportiert und das ganz ohne technische Hilfsmittel.
Die Säcke werden dann am Tag der Bergfeuer nach dem Entwurf angeordnet und um 22.00 Uhr angezündet.

Und so heißt es auch in diesem Jahr am 20. Juni, raus aus dem Haus und die Berge in Flammen bestaunen!

Sonnwendfeuer in Tirol
Thomas Koch, Bergfeurer aus Lermoos

“Der schönste Moment beim Feuern war, als ich vor ein paar Jahren frühmorgens auf den Gipfel gestiegen bin, um die Fackeln zu verteilen. Plötzlich war da dieser unglaubliche Sonnenaufgang. Da habe ich mich hingekniet, so bewegend war das.“

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